zentroom

90% Mensch

Porträt des Coworkers und Community Mitglied Milan im zentroom Coworking Space im Bahnhof Bern

Es sind bekanntlich die stillen Wasser, die tief gründen und Dr. Milan Kumar ist ein ganz besonderes Beispiel dafür. Er ist jemand, der tief in der Welt von IT, Daten, KI und Robotik zu Hause ist und dabei ungewöhnlich viel über Menschen spricht. Über Haltung, Respekt, Neugier und die Fähigkeit, sich immer wieder auf Neues einzulassen. Es ist es genau diese Verbindung, die seinen Weg so besonders und erfolgreich macht.

Boot Sequence: Indien, Europa, USA, Afrika, Schweiz

Milan blickt auf eine internationale Karriere zurück, die ihn von Indien über Europa, die USA und Afrika bis in die Schweiz geführt hat Seine Laufbahn begann zur Jahrtausendwende in IT und Management. Also in einer Zeit, in der Technologie Aufbruch bedeutete. Früh wurde ihm klar, dass wirkliche Transformation nicht in Systemen, sondern bei den Menschen stattfindet und dass technologische Exzellenz und Fähigkeiten allein für Erfolg nicht ausreichen.

Als CIO, Programmleiter und später als Board‑Mitglied internationaler Unternehmen verantwortete Milan über viele Jahre globale IT‑ und Digitalisierungsinitiativen für Organisationen mit zehntausenden Mitarbeitenden. Er baute Produktionsstandorte auf, führte komplexe Systemlandschaften zusammen und gestaltete digitale Transformationen über Länder‑ und Kulturgrenzen hinweg. Was technisch anspruchsvoll klingt und ohne Zweifel war, war menschlich oft noch anspruchsvoller.

Die eigentliche Fehlerquelle sitzt nicht im Code

Was sich durch all diese Stationen zieht, ist seine tiefe Überzeugung, dass technologische Veränderung kaum eine technische Frage ist.

„90–95 % jeder digitalen Transformation scheitert nicht an der Technologie, sondern an den Menschen.“

Für Milan ist Technologie ein Werkzeug. Entscheidend ist, wie Menschen mit der Veränderung umgehen, wie gut sie abgeholt, begleitet und ernst genommen werden. Deshalb spricht er lieber über Change-Management als über Tools, lieber über Neugier als über Effizienz und lieber über Anpassungsfähigkeit als über starre Karrierepfade.

Absichtlich im Dauerbeta und Bugs als Features

Neugierig zu bleiben und sich anpassen zu können, sieht er als eine der wichtigsten Kompetenzen überhaupt – heute mehr denn je. Diese Haltung zieht sich durch sein ganzes Leben: neue Länder, neue Kulturen, neue Rollen, neue Verantwortung. Veränderungen waren für ihn nie Bedrohung, sondern Lernräume. Nicht alles ist immer aufgegangen oder war ein Erfolg, hat aber stets zur Entwicklung beigetragen.

Seine internationale Erfahrung hat ihn tief geprägt. In unterschiedlichen Kulturen zu leben und zu arbeiten hat ihm gezeigt, wie wichtig es ist, zuzuhören, lokale Werte zu respektieren und sich selbst nicht als Massstab zu setzen. Für Milan beginnt erfolgreiche Zusammenarbeit immer mit Respekt und mit der Bereitschaft, die eigene Perspektive infrage zu stellen.

Eine Legacy, die keiner löscht

Heute lebt und arbeitet Milan in der Schweiz. Nach vielen Jahren in grossen Konzernen hat er sich bewusst für einen neuen Abschnitt entschieden. Er unterstützt Unternehmen als CIO auf Zeit, Berater und Unternehmer dabei, Digitalisierung, Daten, KI und Nachhaltigkeit sinnvoll zu verbinden. Er tut dies nicht zum Selbstzweck, sondern mit Blick auf langfristige Wirkung.

Was ihn dabei besonders antreibt, ist der Wunsch, ein Vermächtnis zu schaffen. Milan möchte etwas aufbauen, das über ihn hinaus wirkt: eine Plattform, die Chancen eröffnet, Wissen weitergibt und anderen ermöglicht, ähnliche Erfahrungen zu machen, wie er sie selbst machen durfte. Gerade jungen Talenten möchte er Raum zum Lernen, Ausprobieren und Wachsen geben. So möchte er etwas von dem zurückgeben, von dem er profitieren durfte.

Wissen ohne Paywall

Wissen teilt Milan nicht nur in Projekten, sondern auch als Autor, Dozent und Speaker. Er hat mehrere Bücher zu Themen wie Data & AI, Smart Factories, Industry 4.0/5.0 und Daten Monetarisierung geschrieben und unterrichtet an Hochschulen. Seine Inhalte sind bewusst praxisnah, entstanden aus realer Erfahrung, nicht aus theoretischer Distanz. Auch sein TED‑Talk zur Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit („Digitainability“) folgt diesem Ansatz: Technologie als Enabler für Verantwortung. Mit diesem Engagement möchte er helfen, eine Brücke von Ideen in die Realität zu schlagen. Denn es gäbe zu viele brillante Ideen, die nie Wirklichkeit werden, weil sie keine Verbindung in die Realität haben, meint Milan.

Und zentroom?

Für Milan ist zentroom ein Ort, der sich richtig anfühlt. Licht, Ruhe, Offenheit und Menschen. Er beschreibt, dass er Räume intuitiv wahrnimmt: ob sie Energie geben oder nehmen. Im zentroom hat er genau das gefunden: einen professionellen Rahmen, der menschlich bleibt. Einen Ort, an dem konzentriertes Arbeiten möglich ist, ohne dass der Austausch verloren geht.

Die Community schätzt er nicht ihrer Fülle oder Networking‑Versprechen, sondern wegen ihrer Qualität: unterschiedliche Menschen, eigene Wege, Begegnungen auf Augenhöhe. Milan fühlt sich dem Ort verbunden, der so Teil von ihm ist, wie er ein Teil davon ist.

Vielleicht passt Milan deshalb so gut ins zentroom. Er zeigt, dass Zukunft nicht nur aus Technologie besteht, sondern aus Menschen, die neugierig bleiben, respektvoll miteinander umgehen, sich anpassen können und bereit sind, etwas weiterzugeben.