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Wie wir mit der Wirkungstreppe den Problembaum meistern

Problembaum und Wirkungstreppe als Tools zur Sozialen Nachhaltigkeit von zentroom

Manchmal fühlt sich moderne Wissensarbeit an wie ein Wald, der zu still geworden ist. Die Wege sind effizient, die Tools präzise, der Rhythmus hoch und doch fehlt oft etwas Essenzielles.

Im zentroom sehen wir dieses Aufleben jeden Tag in kleinen Momenten. Ein erleichtertes Lächeln, ein spontanes Gespräch, ein kurzes Innehalten, wenn jemand merkt: Ich werde hier gesehen.

Vielleicht waren genau diese Momente der Grund, weshalb uns zwei Bilder und gleichzeitig Modelle besonders begleitet haben, als wir unsere Strategie für soziale Nachhaltigkeit entwickelt haben: der Problembaum und die Wirkungstreppe. Der Baum zeigt, was uns herausfordert. Die Treppe zeigt, wie wir darüber hinausgehen.

Am Anfang standen wir gemeinsam vor diesem Baum und gleichzeitig vor der ersten Stufe dieser Treppe. Sie schienen riesig und fast unüberwindbar. Und doch stellten wir uns eine einfache Frage: Was können wir als zentroom wirklich beitragen?

Was wir im zentroom wahrnehmen

Im Alltag unseres Coworking Spaces begegnen uns drei Herausforderungen immer wieder:

  • Einsamkeit: Flexibles, remotes Arbeiten führt oft zu weniger Begegnung.
  • Entfremdung: Kommunikation wird funktionaler, Beziehungen flacher.
  • Entmenschlichung: Produktivität dominiert, Menschen geraten unter Druck.

Diese Beobachtungen wurden zum Ausgangspunkt unseres Workshops. Mithilfe der Wirkungstreppe von Neue Narrative und unseres Problembaums haben wir begonnen, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Beide Modelle ergänzen sich ideal: Die Treppe hilft uns, von gesellschaftlichen Problemen zu unserer eigenen Wirkung zu gelangen; der Baum macht sichtbar, wo diese Probleme eigentlich wurzeln.

Die Wurzeln verstehen

Wir haben unseren Problembaum gezeichnet, um zu erkennen, was hinter den beobachteten Herausforderungen steht. Die Wurzeln reichen tief in gesellschaftliche Bedingungen:

  • starre, hierarchische Organisationsformen
  • Unsicherheit, die Misstrauen oder Egoismus auslösen kann
  • Hektik, Leistungsdruck, ständige Verfügbarkeit
  • technologischer Wandel ohne kulturelle Begleitung
  • fehlende Unterstützung im Arbeitsalltag

Diese Wurzeln nähren den Stamm – Einsamkeit, Entfremdung, Entmenschlichung – und wachsen weiter in Äste, die wir alle kennen: Gesundheitsprobleme, Sinnkrisen, Angst, Beziehungskonflikte, Kreativitätsverlust.

Mit diesem Baum vor Augen wussten wir: Wir können diese Probleme nicht allein lösen. Aber wir können Teil der Lösung sein.

Wie wir mit der Wirkungstreppe den Problembaum meistern

Als unser Problembaum vor uns stand, war sofort spürbar, wie tief seine Wurzeln reichen: alte Strukturen, Unsicherheit, Leistungsdruck, ein technologischer Wandel ohne kulturelle Begleitung. Alles Themen, die weit über einzelne Organisationen hinausgehen und die wir im zentroom täglich – mal leise, mal sehr deutlich – in der Begegnung mit Menschen wiederfinden.

Der Problembaum zeigte uns klar, warum die Dinge sind, wie sie sind.
Doch um zu erkennen, was wir konkret tun können, brauchten wir ein zweites Bild: die Wirkungstreppe.

Sie half uns, die vielen Eindrücke aus unserem Alltag zu sortieren. Stufe für Stufe wurde sichtbar, wo wir wirklich Einfluss haben – und wo nicht. Und je weiter wir hinaufstiegen, desto klarer wurde, dass wir den Problembaum nicht „fällen“ müssen, um ihn zu meistern. Wir können ihm Antworten geben.

Unsere selbstorganisierte Arbeitsweise wird plötzlich zu einem Gegenentwurf zu starren Strukturen. Die Kultur der Offenheit, des Zuhörens und des Wohlwollens bei uns im Coworking Space schafft Vertrauen, wo sonst Unsicherheit entstehen würde. Und die Räume, die wir gestalten – physisch und mental – werden zu Orten, an denen Resonanz entsteht und technologischer Druck an Härte verliert.

So verbindet die Wirkungstreppe unser „Warum“ mit unserem „Wie“.
Sie macht sichtbar, dass soziale Nachhaltigkeit kein abstrakter Anspruch ist, sondern etwas, das wir im zentroom jeden Tag erlebbar machen können, indem wir Menschen Raum geben, sich zu begegnen, sich selbst zu sein, aufzutanken und wieder in Verbindung zu kommen.

Am Ende ist der Problembaum nicht verschwunden. Aber wir wissen jetzt, wie wir mit ihm wachsen können.

Die Probleme angehen

Am Ende unseres Prozesses wurde unser Ziel auf der Wirkungstreppe klar: mehr Menschlichkeit in die Wissensarbeit bringen, das Wohlbefinden unserer Coworker stärken, als gutes Beispiel voran gehen und Impulse setzen, die über zentroom hinausreichen.

Als wir am Ende noch einmal auf unseren Problembaum blickten, fühlte er sich anders an.

Er wirkte nicht mehr bedrohlich, sondern verständlich. Und die Treppe daneben wirkte nicht mehr steil, sondern wie ein Weg, den wir Schritt für Schritt gehen können. Dieser Weg beginnt genau hier, im zentroom im Bahnhof Bern. Ein Ort, an dem Menschen arbeiten, sich begegnen und spüren können, dass sie Teil von etwas Lebendigem sind.